Sodbrennen

Viele Menschen kennen das unangenehme Gefühl, unter Sodbrennen zu leiden. In der Schulmedizin wird Sodbrennen meistens mit einem Magensäureüberschuss in Verbindung gebracht und Patienten erhalten Medikamente, die dieses Zuviel an Magensäure entweder abpuffern oder von vorneherein die Produktion von Magensäure eindämmen sollen. Hierzu werden Medikamente aus folgenden Kategorien verordnet:

 

  • Antazida
  • H2-Rezeptorantagonisten
  • Prokinetika
  • Protonenpumpenhemmer (PPI)

 

Die Ursachen für Sodbrennen sind vielfältig. Neben einer Kardiainsuffizienz (nicht richtig schließender Ringmuskel an der Speiseröhre) oder Hiatushernie (also eher mechanischen Störungen dafür, dass unverdauter Speisebrei oder Magensäure vom Magen in die Speiseröhre aufsteigt) können auch Übergewicht, ein durch Gase aufgetriebener Bauch oder eine falsche Ernährung mit zuviel Fett, Brot (oder anderem Getreide), Zucker, Alkohol usw. eine Ursache darstellen. Auch Rauchen oder die regelmäßige Einnahme von Medikamenten können Sodbrennen fördern.

 

Aber auch die Folgen von einer dauerhaften Einnahme von Medikamenten gegen die Bildung von Magensäure, z.B. von PPI, sind nicht zu unterschätzen. Wie so oft haben wir es hier mit einer rein symptomatischen Behandlung zu tun statt die Ursachen zu beseitigen. Die Unterdrückung der Magensäurebildung kann gravierende Folgeschäden in Bezug auf die Verdauung nach sich ziehen. Normalerweise ist die Magensäure am Verdauungsprozess von Eiweißen beteiligt. Unter der Einnahme von PPI ist die Eiweißverdauung oft herabgesetzt. Dies sorgt nachfolgend im Darm für eine Störung des Milieus, da die unverdauten Eiweiße unerwünschte Bakterien anlocken können, die Eiweiße als Substrat nutzen, diese also fressen. Dadurch vermehren sich diese unerwünschten Keime und das ganze Darmmilieu kann sich verschieben. Störungen des Immunsystems können die Folge sein, z.B. Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

 

Zudem hat die Magensäure einen so niedrigen pH-Wert (pH 2-3), dass sie mit der Nahrung aufgenommene Keime abzutöten in der Lage ist. Man kann sich ausmalen, was passiert, wenn die Magensäureproduktion künstlich gedrosselt wird und diese unter Umständen krankmachend wirkenden Keime (Bakterien, Viren, Pilze) sich im Darm ansiedeln und dort entsprechende Folgeschäden nach sich ziehen.

 

Auch sorgt die Unterdrückung der Magensäureproduktion in vielen Fällen für einen Mangel an Vitamin B12, weil dieses nicht mehr ausreichend aufgenommen werden kann.

 

PPI haben aber noch viele weitere Nebenwirkungen, so dass ihre Einnahme keine dauerhafte Lösung sein kann. Bei Absetzversuchen nach längerer PPI-Einnahme kommt es oft zu einem Rebound-Effekt, d.h. der Körper reagiert mit einer überschießenden Magensäureproduktion, was dazu führt, dass Patienten nur schwer bis gar nicht von den Mitteln wegkommen.

 

Sodbrennen kann aber nicht nur durch ein Zuviel an Magensäure verursacht werden, sondern auch durch einen Mangel. Dieser kann z.B. durch falsche Ernährungsgewohnheiten oder Stress hervorgerufen werden. Ein wichtiges Stichwort in dem Zusammenhang ist die heute weit verbreitete Nebennierenschwäche auch schon bei jungen Menschen, die mit einem Magensäuremangel einhergehen kann.

 

Wie findet man heraus, ob ein Magensäuremangel oder ein –überschuss vorliegt? Im Internet wird man konfrontiert mit allerlei Tests, die man bequem von zuhause aus durchführen kann, wie z.B. dem Natrontest oder einem Test mit Rote Beete. Diese Tests halte ich für wenig aussagekräftig und empfehle sie daher eher nicht. Wer ganz sicher gehen möchte, dem bleibt nur die Durchführung einer pH-Metrie durch den Arzt, bei der über 24 Stunden der pH-Wert des Mageninhalts gemessen wird. Manchmal kann man auch einen Versuch mit der Einnahme von Salzsäure (also einem Bestandteil der Magensäure) vornehmen. Dabei wird die körperliche Reaktion auf die Einnahme der Salzsäure (in einer Kapsel) beobachtet und daraus entsprechende Rückschlüsse gezogen.

 

Therapeutisch haben wir in der Naturheilpraxis oft die Möglichkeit Sodbrennen durch den Einsatz bestimmter pflanzlicher Arzneimittel zu begegnen.

 

 

 

 

 

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