Wildpflanzen im Winter

Essbare Wildkräuter lassen sich so gut wie das ganze Jahr über draußen finden. So lange keine hohe Schneedecke auf der Landschaft liegt, kann man noch gut allerlei Kräuter finden. Teilweise haben die Kräuter gerade Hochsaison und fangen gerade jetzt an zu sprießen. 

Besonders an windgeschützen und sonnigen Stellen findet man die kleinen Pflänzchen noch oder schon, aber man muss natürlich genauer hinschauen als im Frühjahr oder im Sommer.

Ab Januar/Februar kann man je nach Witterung schon wieder die ersten neuen Pflänzchen der Brennnessel und des Gierschs finden. Das ist für mich immer eine besonders schöne Zeit, denn frisch und jung schmecken sie natürlich besonders gut und sind ganz zart. Nach der Brennnessel und dem Giersch startet dann die Wachstumszeit vom Scharbockskraut. 

 

Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, lassen sich folgende Kräuter aktuell in der Natur finden (exemplarisch am Bespiel von NRW, in anderen Regionen sieht es ggf. wieder anders aus):

 

  • Schafgarbe
  • Gundermann
  • Taubnessel
  • Sauerampfer
  • Brennnessel
  • Ehrenpreis
  • Brunnenkresse
  • Brombeere
  • Beifuß
  • Gänseblümchen
  • Labkraut
  • Distel
  • Vogelmiere
  • Hirtentäschelkraut
  • Moos

Noch ein paar Worte zur Brombeere. Brombeerblätter schmecken mir persönlich nicht allzu gut. Ich mag den Geschmack nicht sonderlich und sie sind im Winter oft hart und leicht unansehlich, weil sie oft schon trockene Stellen aufweisen oder sich teilweise verfärbt haben. Dennoch sind es in Deutschland eigentlich die einzigen Kräuter, die man auch bei hohem Schnee noch finden und essen kann, da die Brombeere ihre Blätter im Winter nicht abwirft wie andere Pflanzen oder Bäume. Zusammen mit einem Apfel oder einer Mandarine kann man sie unterwegs gut essen. Sie stecken voller Nährstoffe und haben an ihrer Oberfläche natürlich auch ein Mikrobiom, das wir für unsere Schleimhautflora benötigen. 

Ich zupfe mir vorsichtig ein Blatt nach  dem anderen vom Strauch und entferne dann den stacheligen Stiel, wobei man ihn eigentlich auch einfach mitessen kann, denn spätestens beim Zerkauen merkt man die kleinen Dornen nicht mehr. Besonders knusprig sind die Blätter, wenn sie gefroren sind oder Raureif auf ihnen liegt. 

 

Auf meinen Spaziergängen esse ich auch gerne immer mal wieder ein paar Hagebutten. Sobald diese den ersten Frost abbekommen haben, wird die Konsistenz weicher und sie sind gut essbar. Hagebutten stecken beispielsweise voller Vitamin C, was u.a. unsere Abwehrkräfte stärkt.

 

Außerdem esse ich im Winter gerne ein paar Knospen des Lindenbaums. Wenn man diese lange kaut, lösen sich die Schleimstoffe aus dem Knospen, was die Konsistenz im Mund sehr angenehm macht. Bitte essen Sie nur ein paar Knospen und nehmen Sie diese nicht immer vom gleichen Baum, denn aus den Knospen sollen im Frühjahr ja die Blätter wachsen und wir sollten den Baum nicht zu sehr schwächen. 

 

Das gilt übrigens für alle Arten von Wildpflanzen. Ich nehme von jeder Pflanze immer nur ein paar Blätter, so dass diese neu nachwachsen können und die Pflanze nicht zu sehr geschwächt wird, insbesondere im Winter, wo der Wachstumsprozess ja stark verlangsamt ist. Außerdem achte ich immer darauf, dass ich umliegende Pflanzen nicht unnötig zertrete, sondern möglichst achtsam behandle und nicht schädige. 

 

Die Termine für die nächsten Wildkräuterspaziergänge für nächstes Jahr sind folgende: 

 

Frühjahr: 04. Mai 2019 um 10 Uhr

Sommer: 06. Juli 2019 um 10 Uhr

Herbst: 12. Oktober 2019 um 10 Uhr

Winter: 14. Dezember 2019 um 10 Uhr

 

Es ist empfehlenswert, an allen Wildkräuterführungen teilzunehmen, wenn man die verschiedenen Pflanzen der einzelnen Jahreszeiten kennenlernen möchte, mehr Sicherheit beim Bestimmen der Pflanzen erlangen möchte und/oder die einzelnen Pflanzen in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien kennenlernen möchte. 

 

Bitte schauen Sie bei Interesse auch unter „Veranstaltungen“ oder schreiben Sie mich per email an. 

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