Die Behandlung des Vitamin B12-Mangels

In der Praxis behandle ich den B12-Mangel meistens über Injektionen. Die orale Aufnahme von B12 als Nahrungsergänzungsmittel hat mehrere Nachteile – erstens kann man oral das B12 nicht so hoch dosieren wie mit einer Injektion und zweitens ist es mittels einer Injektion möglich, den Verdauungstrakt zu umgehen, weil das B12 direkt in den Blutkreislauf oder in den Muskel gespritzt wird. Bei einer Resorptionsschwäche des Darms macht dies durchaus Sinn. Zudem kann man mit einer Spritzenkur über wenige Wochen den B12-Spiegel im Blut wieder signifikant anheben und hat dann erstmal wieder eine längere Zeit „Ruhe“.

 

Ein für mich gravierender Nachteil von vielen Nahrungsergänzungsmitteln, die man oral einnehmen soll, ist, dass sie oft Zusatzstoffe enthalten, deren Aufnahme ich lieber vermeiden möchte. Dazu gehören Farbstoffe in Tablettenüberzügen (z.B. Titandioxid oder Eisenoxide), Konservierungsstoffe, Stärke, Zucker, Gelatine, Fette, Öle, Wasser, synthetische Polymere, Schellack, Magnesiumstearat usw.

 

Der Vorteil von oral eingenommenem B12 ist, das man hier auf die am besten bioverfügbare Form, das Methylcobalamin, zurückgreifen könnte, die es zum Spritzen nicht gibt.

 

Vom handelsüblichen halbsynthetischen Cyanocobalamin rate ich generell ab, es ist am schlechtesten bioverfügbar und verfügt über die meisten Nebenwirkungen. Cyanocobalamin kann vom Körper nicht gut verstoffwechselt werden bzw. muss vom Körper in mehreren Schritten aufwendig in eine verfügbare Form umgewandelt werden. Es ist jedoch billig in der Herstellung und vor allem auch außerhalb des lebenden Organismus haltbar. Aus diesem Grund wird es häufig verwendet. Kritiker sehen es als problematisch an, dass in Cyanocobalamin Cyanid (Blausäure) gebunden ist, die als giftig gilt.

 

In der Praxis injiziere ich Hydroxocobalamin, welches ebenfalls gut und zu einem hohen Prozentsatz vom Körper aufgenommen wird und zudem eine Depotwirkung hat. Meistens reichen 6 Injektionen im wöchentlichen Rhythmus aus, um den Mangel zu beheben. Parallel dazu sollten die Ursachen für den Vitamin B12-Mangel angegangen werden, z.B. über eine Darmsanierung (sofern die Resorptionsstörung des Darms eine Ursache darstellt).

 

Nebenwirkungen habe ich mit den Hydroxocobalamin-Injektionen in meiner Praxis noch nie erlebt.

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