Weizenagglutinine im Getreide

Derzeit ist das Gluten bzw. seine Schädlichkeit in aller Munde. Gluten ist aber nur eine kleine Untergruppe der sogenannten Weizenagglutinine (von engl. Wheat Germ Agglutinin, WGA). WGA sind kleinmolekulare Substanzen im Getreide (Lektine), die der Pflanze eigentlich als Fraßschutz und als Schutz gegenüber Insektenbefall dienen.

 

WGA können sich im Körper an die Kohlenhydrate N-Acetylglucosamin und N-Acetylneuraminsäure binden und diese zerstören. Dies ist von der Natur genau so vorgesehen, denn auch die Panzer von Insekten bestehen aus der Grundsubstanz N-Acetylglucosamin, genauso wie die Zellwände von Pilzen oder Bakterien sowie anderen Lebewesen, vor denen sich eine Pflanze schützen muss. Im menschlichen Körper hängt der Aufbau von Knorpeln, Sehnen und Gelenken, aber auch der Schleimhäute, ebenfalls vom N-Acetylglucosamin ab. Nun kann man verstehen, weshalb WGA nicht nur als Fraßschutz ausgesprochen wirksam sind, sondern auch im menschlichen Körper über die Jahre Schäden anrichten können.

 

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Wirkung von Glucosamin auf schmerzhafte und entzündliche Gelenkerkrankungen, wie z.B. Arthrose. Hauptsubstanz ist N-Acetylglucosamin aus dem Chitinpanzer von Krustentieren (Shrimps, Krabben, Krebse). Die Hauptwirkung des Glucosamins besteht darin, dass WGA sich zuerst an sie binden, so dass die WGA sich weniger an das N-Acetylglucosamin der Körpergewebe binden können. Es ist leicht einzusehen, dass es eigentlich vernünftiger wäre, erst gar nicht so viele WGA zu sich zu nehmen (also das Übel an der Wurzel zu packen) und so der Entzündung in den Gelenken vorzubeugen statt nur zu versuchen, sie mit teuer erstandenen Nahrungsergänzungsmitteln irgendwie abzufangen. 

 

WGA-Lektine sind chemisch sehr stabil und dadurch unverdaulich. Der menschliche Organismus kann Lektine nicht spalten, daher können diese, wenn sie in unseren Darm gelangen, dort die empfindliche Schleimhaut schädigen. Mit der Zeit kann es so zu einem durchlässigen Darm kommen (Leaky Gut-Syndrom). WGA können an spezifische Immunrezeptoren im Verdauungstrakt andocken und setzen dann entzündungsauslösende Zytokine (Interleukine 1, 6 und 8) frei. Auf diese Weise irritieren sie das Immunsystem, was eine ungünstige Immunantwort hervorruft. Dies kann dann chronische Darmentzündungen, breiigen Stuhl und Blähungen nach sich ziehen.

WGA können aufgrund ihrer äußerst kleinen Größe die Darmbarriere überwinden und so in den Blutkreislauf gelangen, erst recht, wenn die Darmbarriere schon gestört ist. Besonders bedenklich sind Kreuzreaktionen, bei denen vom Körper gegen die WGA gebildeten Antikörper auch mit körpereigenen Eiweißen reagieren können. Dies kann Autoimmunerkrankungen auslösen.

Mit den Jahren akkumulieren sich die WGA in den verschiedenen Körperorganen und lösen Entzündungen und Versteifungen sowie vorzeitige Alterungsprozesse aus. WGA wirken aber nicht nur entzündungsfördernd oder können das Immunsystem irritieren, sondern wirken zudem toxisch auf Nerven und Zellen und können zu Hormonstörungen führen.

 

Wer nicht prophylaktisch, also um Krankheiten zu verhindern, auf WGA verzichten möchte, sollte spätestens bei bestehenden Autoimmunerkrankungen, Allergien, Asthma, Neurodermitis, Arthrose, Rheuma, Lupus und chronischen Schmerzen usw. auf den Verzehr von Getreide zu verzichten, damit diese Erkrankungen im besten Fall ausheilen können. Es kann zumindest Sinn machen, den Getreidekonsum erheblich einzuschränken und durch frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse zu ersetzen.

 

Auch wenn der Name darauf schließen lässt - nicht nur Weizen weist hohe Konzentrationen von WGA auf, sondern alle Getreidesorten, auch Vollkorngetreide oder rohes gekeimtes Getreide (vor allem Weizenkeimlinge), Erdnüsse, Hülsenfrüchte und Nachschattengewächse.

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