Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, die sich an der Schilddrüse manifestiert. Dabei kommt es zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse, die schubförmig verläuft und dauerhaft zu einem Gewebsuntergang der Drüsenzellen, also des Schilddrüsenfunktionsgewebes, führt. Die Schilddrüse verkleinert sich mit der Zeit und die Patienten, meist Frauen, leiden unter den Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion.

 

Die Symptome können unter Umständen auch die einer Überfunktion sein bzw. sich mit den Unterfunktionssymptomen abwechseln. Gerade am Anfang der Erkrankung oder während eines akuten Entzündungsschubs sind die Zeichen hier nicht immer eindeutig.

 

Da die Schilddrüse zahlreiche Einflüsse auf viele Körperfunktionen hat (z.B. die Wärmeproduktion, den Sauerstoffumsatz, den Eisenstoffwechsel, die körperliche und geistige Energiebereitstellung, die Regulation des Wasserhaushalts, den Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, das Wachstum, die Verdauung, das seelische Gleichgewicht usw.), können auch die Symptome des Hashimotos sehr vielfältig sein.

 

Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind beispielsweise:

 

·   Antriebslosigkeit und Müdigkeit

·   Konzentrationsstörungen

·   nebel- bzw. watteartiges Gefühl im Kopf

·   depressive Verstimmungen

·   Kälteempfindlichkeit

·   Muskel- und Gelenkschmerzen

·   Gewichtszunahme und hartnäckiges Übergewicht

·   teigige und trockene Haut

·   Verstopfung

·   Haarausfall, brüchige Haare & Nagelveränderungen

·   verminderte Libido & unerfüllter Kinderwunsch

 

Risikofaktoren für den Ausbruch einer Hashimoto-Thyreoiditis sind hormonelle Umstellungsphasen und Östrogendominanz bei Frauen, die Einnahme der Pille (bzw. nach deren Absetzen) oder Hormonsubstitution während der Wechseljahre. Auch ein Leaky Gut-Syndrom und andere Störungen im Darm gehören zu den Risikofaktoren, ebenso wie chronische Virusinfektionen wie EBV (Ebstein-Barr-Virus), Schwermetallbelastungen, Vitalstoffmängel, bestimmte Medikamente usw.

 

Bei der Diagnostik werden üblicherweise der TSH sowie die Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 untersucht. Gleichzeitig werden die Autoantikörper mituntersucht, insbesondere der TPO-Antikörper (MAK) und die Thyreoglobulin-Antikörper (TAK), die bei Hashimoto beide erhöht sein können. Zu Beginn der Erkrankung können beide allerdings noch negativ sein. Die Antikörper-Konzentrationen können im Krankheitsverlauf stark schwanken. Zusätzlich zur Blutuntersuchung wird die Schilddrüse per Ultraschall/Sonographie untersucht. Die naturheilkundliche Diagnostik geht noch weiter in die Tiefe. Je nach Beschwerdebild des Patienten macht es unter Umständen Sinn, eine Darmdiagnostik zu machen, einen Leaky Gut abzuklären und Nahrungsmittelunverträglichkeiten auszuschließen. Auch eine Nebennierenschwäche und der Status der Geschlechtshormone sollten abgeklärt werden. Zudem untersuche ich in meiner Praxis häufig die Mikronährstoffe, insbesondere die für die Schilddrüse notwendigen.

 

Bei vielen Frauen liegt neben dem Hashimoto auch eine Östrogendominanz vor, d.h. das Östrogen ist im Vergleich zum Progesteron zu hoch. Gleichzeitig kann Progesteron im Mangel sein. Beide Hormone sollten im Speichel gemessen werden, ähnlich wie bei der Testung eines Cortisol-Tagesprofils. Hier werden dann nur die tatsächlich freien Hormone untersucht, was ein deutlicheres Bild widergibt als wenn man die Hormone im Blut misst.

 

Je nach individueller Anamnese macht es Sinn, nach chronischen oder reaktivierten Infektionen (z.B. EBV/Ebstein-Barr-Virus oder anderen Herpes-Gruppen) zu suchen, da dies ebenfalls mit einem Hashimoto korrelieren kann.

 

Ein Hashimoto kann auch mit einer weiteren Autoimmunerkrankung vergesellschaftet sein, die sich an einem weiteren Organ manifestiert. Hierbei kann es sich beispielsweise um eine der folgenden Erkrankungen handeln: Zöliakie, Alopezie, Vitiligo, perniziöse Anämie, rheumatoide Arthritis, M. Addison, Hypoparathyreoidismus oder Typ-1-Diabetes.

 

Behandelt wird die Hashimoto-Thyreoiditis ärztlicherseits meist symptomatisch, indem die fehlenden Schilddrüsenhormone (meist L-Thyroxin, ein T4-Monopräparat) substituiert werden. In der Naturheilkunde sind die Behandlungsstrategien vielfältiger und reichen von der Ursachenforschung über die Basistherapie (Ernährung, Entgiftung, Darmsanierung, Stärkung der Ausleitungsventile, Mitochondrientherapie) bis hin zur organspezifischen Unterstützung mit Hilfe von pflanzlichen und/oder homöopathischen Arzneimitteln. Die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis ist so individuell wie der Patient, daher kann an dieser Stelle nichts verallgemeinert werden.

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